Nach mehr als 25 Jahren im internationalen Skisprung-Zirkus hängt Manuel Fettner (vom Sportunion-Verein SV Innsbruck Bergisel) beim Weltcupfinale in Planica seine Sprungskier an den Nagel. Der Tiroler blickt auf eine außergewöhnlich lange und erfolgreiche Karriere zurück. Mit olympischem Edelmetall, WM-Medaillen und unzähligen Weltcup-Einsätzen.
Teamkollegen nennen ihn scherzhaft den „alten Mann“. Und auch Manuel Fettner selber spürte in den letzten Jahren immer öfter den Zahn der Zeit. „Es wird jedes Jahr nicht unbedingt leichter mit den Jungen mitzuhalten“, erklärte Fettner im Mai 2025 vier Wochen vor seinem 40. Geburtstag. Mit der Skiflug-Weltmeisterschaft 2025 und den Olympischen Winterspielen 2026 hatte sich der Athlet des Sportunion-Vereins SV Innsbruck Bergisel noch einmal große Ziele gesetzt – als mögliche Höhepunkte zum Abschluss seiner Laufbahn.
Ende einer beeindruckenden Karriere
Gesagt, getan: Österreich konnte im Vorjahr bei der Skiflug-Weltmeisterschaft in Oberstdorf im Teamspringen eine starke Vorstellung zeigen und sich den Vizeweltmeistertitel sichern. Jan Hörl, Stefan Kraft, Stephan Embacher und Manuel Fettner mussten sich nur Japan geschlagen geben. Nun ist es fix: Mit dem Saisonende 2025/26 beendet der Routinier seine beeindruckende Karriere.


Fixe Größe im heimischen Skisprung
Mehr als ein Vierteljahrhundert war Fettner im Weltcup aktiv – eine Seltenheit im modernen Skisprung. 2001 debütierte Fettner im Weltcup und sprang in seinem zweiten Bewerb als damals 15-Jähriger in Bischofshofen auf den fünften Platz. Trotz seiner langen Karriere blieb ihm ein Weltcup-Einzelsieg verwehrt, doch seine Konstanz, Teamstärke und sein Durchhaltevermögen machten ihn zu einer fixen Größe im österreichischen Skisprung. Der gebürtige Wiener erlebte dabei mehrere Generationen von Weltklasse-Athleten hautnah mit – vom Beginn seiner Karriere mit Martin Höllwarth und Thomas Morgenstern über Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl und Martin Koch bis hin zur aktuellen Mannschaft rund um Stefan Kraft, Daniel Tschofenig und Jan Hörl.
Olympische Sternstunden und WM-Erfolge
Die größten Momente seiner Karriere erlebte Fettner bei den Olympischen Winterspielen 2022. Dort gewann der Tiroler sensationell Silber im Einzel (Stefan Kraft damals: „Unglaublich, ich freue mich für ihn fast mehr, als wenn ich selber eine Medaille gewonnen hätte“) auf der Normalschanze und krönte sich gemeinsam mit dem österreichischen Team zum Olympiasieger. Mit diesem Triumph schrieb er Geschichte: Als einer der ältesten Olympiasieger im Skisprung bewies Fettner eindrucksvoll, dass Erfahrung und mentale Stärke im Spitzensport entscheidend sein können. Auch bei Weltmeisterschaften war Fettner über Jahre hinweg ein verlässlicher Leistungsträger. Seine Highlights:
- Olympische Medaillen
Gold 2022, Silber 2022 - WM-Medaillen
Gold 2013 (Team), Bronze 2017 - Skiflug-WM-Medaillen
Bronze 2016
Abschied mit Symbolkraft
Mit dem Saisonfinale im slowenischen Planica endet nicht nur Fettners aktive Laufbahn, sondern auch ein langjähriges Kapitel im österreichischen Skisprung. Besonders bemerkenswert: Sein heutiger Cheftrainer Andreas Widhölzl war zu Beginn seiner Karriere noch Teamkollege – eine Verbindung, die den Generationenwechsel im Team eindrucksvoll widerspiegelt.
