#Weltfrauentag: “Kein Geschlecht. Kein Alter. Keine Grenzen.”

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Bereits seit Jahren sind weibliche Präsidentinnen fixer Bestandteil der SPORTUNION, wobei diese Expertinnen nicht aufgrund ihres Geschlechts, sondern ausschließlich aufgrund ihrer Qualifikation diese Positionen innehaben. Konkret handelt es sich dabei um Karin Ofner (Burgenland), Michaela Eva Bartel (Salzburg) und Dagmar Schmidt (Wien). Anlässlich des Weltfrauentages haben wir diese drei Präsidentinnen zu ihrer Meinung über Gleichberechtigung, Herausforderungen für Frauen & Co befragt.

Dagmar Schmidt_Wien

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Sportvereine spielen eine entscheidende Rolle, indem sie Frauen die Möglichkeit bieten, sich unabhängig von geschlechtsspezifischen Stereotypen zu entfalten

DAGMAR SCHMIDT (Wien)

Welchen Einfluss siehst du als Frau im Sportbereich auf die Förderung von Gleichberechtigung?
Als langjährige Sportlerin ist es mir ein Herzensanliegen, mich für die Gleichberechtigung unserer weiblichen Athletinnen stark zu machen. Sportvereine spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie Frauen die Möglichkeit bieten, sich unabhängig von geschlechtsspezifischen Stereotypen zu entfalten. Als Präsidentin der SPORTUNION Wien setze ich mich daher auch aktiv für die gezielte Förderung von Frauen ein. Die Leistungen von Frauen stehen denen der Männer in nichts nach. Daher lautet meine klare Botschaft: Kein Geschlecht, kein Alter, keine Grenzen. Es ist erfreulich zu sehen, dass bereits über 50% der Mitglieder in unseren SPORTUNION Wien Vereinen weiblich sind.

Was sind die größten Herausforderungen für Frauen im Sport?
Einige der größten Herausforderungen für Frauen im Sport bleiben Geschlechterdiskriminierung, ungleiche finanzielle Unterstützung und die mangelnde Medienpräsenz. Es ist entscheidend, den Frauensport sichtbarer zu machen. Laut einer aktuellen Studie werden nur 19% der Sportberichte Frauen und ihrer Leistungen gewidmet. Wir müssen unseren Nachwuchs mit mehr weiblichen Vorbildern inspirieren und Spitzensportlerinnen die Anerkennung geben, die sie verdienen.

Wie kann man Frauen und junge Mädchen inspirieren und ermutigen, im Sportbereich aktiv zu werden und ihre Träume zu verfolgen?
Es ist von zentraler Bedeutung, als Vorbild zu fungieren. Als erste Präsidentin in der Geschichte der SPORTUNION Wien und als Präsidentin des Turnsports Wien habe ich zahlreiche Mädchen als Übungsleiterin selbst unterrichtet und auch selbst einen Verein geführt. Beim Rückblick erfüllt es mich mit Stolz zu sehen, dass viele dieser Mädchen, die einst in meinem Kurs waren, heute selbst als Übungsleiterinnen in Turnhallen tätig sind oder Vereine als Präsidentinnen leiten. Es ist wichtig Mädchen und Frauen zu ermutigen und dabei zu fördern, ihre Träume und Ziele zu erreichen.

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Michaela Eva Bartel

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Es sind nicht vorrangig Frauen, die sich ändern müssen, sondern das Umfeld, damit sich Frauen gleichberechtigt im Sport einbringen können

MICHAELA EVA BARTEL (Salzburg)

Welchen Einfluss siehst du als Frau im Sportbereich auf die Förderung von Gleichberechtigung?
Als Präsidentin habe ich mir zum Ziel gesetzt, mich zusammen mit weiteren Stakeholdern aus Politik und Sport für eine Gleichstellung von Mädchen und Frauen im Sport einzusetzen. Über unseren Landesverband setzen wir regelmäßig Aktionen für eine gesellschaftliche Entwicklung hin zu einer verbesserten Chancengleichheit und Gleichbehandlung von Frauen und Männern. Im Landesverband Salzburg legen wir großen Wert darauf, dass die Aufteilung zwischen Männern und Frauen sowohl auf Vorstandsebene wie auch in der Geschäftsstelle in allen Bereichen gleichwertig ist. Wir reden nicht nur darüber sondern leben Gleichberechtigung! Unser Ziel ist es, heranwachsende Frauen und Männer für den Sport zu gewinnen und sicherzustellen, dass sie ihre Freude daran behalten sowie sportlich und persönlich wachsen. Im aktiven Sport wie auch auf Funktionärsebene.

Was sind die größten Herausforderungen für Frauen im Sport?
Frauen müssen selbstbewusst auftreten und auf sich aufmerksam machen! Mehrfachbelastungen durch Familie und Beruf machen es allerdings oft schwer, die Zeit für ein Engagement im Sport aufzubringen. Gesellschaft, Kultur und der familiäre Hintergrund beeinflussen stark das Bewegungsverhalten von Mädchen und Frauen. Damit Frauen mehr Zeit für den Sport aufwenden können braucht es moderne Männer, die gleichberechtigt ihren Beitrag im Haushalt und Familienleben leisten! Es sind nicht vorrangig Frauen, die sich ändern müssen, sondern das Umfeld, damit sich Frauen gleichberechtigt im Sport einbringen können.

Wie kann man Frauen und junge Mädchen inspirieren und ermutigen, im Sportbereich aktiv zu werden und ihre Träume zu verfolgen? Fünf Maßnahmen, die die Lage der Frauen verbessern würden.

  • Mehr gut ausgebildete Trainerinnen
    Das Verhältnis zum Trainer/zur Trainerin ist für Mädchen einer der wichtigsten Faktoren, um sie nachhaltig für Sport zu begeistern.
  • Weibliche Vorbilder
    Mädchen brauchen weibliche Vorbilder, zu denen sie aufschauen und mit denen sie sich identifizieren können.
  • Bringen wir Mädchen Mut bei statt Perfektion
    Wir müssen eine Umgebung schaffen, in der nicht nur Mädchen, sondern auch die Gesellschaft mehr Mut und Risikobereitschaft aufbringen und dies auch belohnt wird anstatt Perfektion. Um Risiko einzugehen, ist es essenziell sich sicher zu fühlen.
  • Taktische und technische Fähigkeiten spielerisch erfahren
    Viele Sportvereine bieten ein wettkampforientiertes Angebot, das den Bedürfnissen zahlreicher Mädchen nicht entspricht. In jungen Jahren steht der Spaß an der Bewegung ebenso wie das Zusammensein mit Freundinnen und Gleichaltrigen im Vordergrund. In den Jugendjahren kommen Motive wie Gesundheit, Fitness oder „etwas für die Figur tun“ hinzu.
  • Mehr mediale Präsenz
    Die Berichterstattung erfolgt nach wie vor sehr einseitig. Frauensport und Frauen im Sport müssen mehr mediale Bedeutung erfahren!

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Karin Ofner_Burgenland

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Die Herausforderungen für Frauen im Sport sind vielfältig. Hierzu gehören nach wie vor stereotype Geschlechterrollen, mangelnde finanzielle Unterstützung und begrenzte Medienpräsenz

KARIN OFNER (Burgenland)

Welchen Einfluss siehst du als Frau im Sportbereich auf die Förderung von Gleichberechtigung?
Als 66-jährige weibliche Präsidentin eines Breitensportverbandes sehe ich meinen Einfluss in der Möglichkeit, Gleichberechtigung auf mehreren Ebenen – Verband und Verein – aktiv zu fördern. Wir haben bereits große Fortschritte gemacht, aber es gibt immer noch Bereiche, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Ich setze mich dafür ein, dass Frauen in Entscheidungspositionen im Sport mehr Sichtbarkeit erhalten und ihre Meinungen ernst genommen werden. Paradebeispiel sind die Frauen hinter der Kantine, die sich dort einbringen, aber im Vereinsvorstand kein Gehör finden. Hier gilt es bei männlich geprägten Vorständen aufzuklären und ein Empowerment für die Frauen zu schaffen. Gleichzeitig ist es wichtig, gezielte Programme zur Förderung von Frauen im Sport einzusetzen, um Chancengleichheit zu gewährleisten. Wir nehmen beispielsweise in unserer Basisförderung Rücksicht auf eine gerechte Geschlechterverteilung im Vorstand.

Was sind die größten Herausforderungen für Frauen im Sport?
Die Herausforderungen für Frauen im Sport sind vielfältig. Hierzu gehören nach wie vor stereotype Geschlechterrollen, mangelnde finanzielle Unterstützung und begrenzte Medienpräsenz. Als Präsidentin setze ich mich dafür ein, dass diese Barrieren abgebaut werden. Mir ist vor allem wichtig, den Vorständen in männlich dominierten Sportarten klarzumachen, welches Potenzial sie verschenken, wenn sie nicht aktiv daran arbeiten, auch Frauen in ihre Gremien zu bringen.

Wie kann man Frauen und junge Mädchen inspirieren und ermutigen, im Sportbereich aktiv zu werden und ihre Träume zu verfolgen?
Um Frauen und junge Mädchen zu inspirieren, ist es entscheidend, Vorbilder in verschiedenen Sportarten sichtbar zu machen und ein gutes Angebot verfügbar zu haben. Ich setze mich für Programme ein, die junge Sportlerinnen ermutigen, ihre Talente zu entfalten, sei es durch Sportcamps, Mentoring oder Schulungsinitiativen wie in unserem österreichweiten Programm Young Athletes. Zudem ist es wichtig, die Vielfalt von Frauen im Sport hervorzuheben und Erfolgsgeschichten zu teilen, um einen positiven Einfluss auf die nächste Generation zu haben.

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