Internationaler Frauentag: Starke Frauen gestalten die Zukunft des Sports

Trotz sichtbarer Fortschritte sind Frauen in Führungspositionen – besonders im organisierten Sport – weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Der Internationale Frauentag (8.3.2026) lenkt den Blick auf bestehende Ungleichheiten, aber vor allem auf jene Persönlichkeiten, die mit Engagement, Kompetenz und Mut neue Maßstäbe setzen. Mit Ines Rapposch-Hödl steht bei SPORTUNION Tirol eine Frau an der Spitze eines Dachverbandes, die eindrucksvoll zeigt, wie weibliche Führung den Sport nachhaltig prägt und verändert.

Laut aktuellen Statistiken liegt der Frauenanteil in Führungspositionen österreichischer Organisationen und Unternehmen weiterhin deutlich unter jenem der Männer. Auch im Sport zeigt sich ein ähnliches Bild: Während Mädchen und Frauen in vielen Vereinen aktiv sind und einen wesentlichen Beitrag zum Vereinsleben leisten, sind leitende Funktionen in Verbänden und Dachorganisationen noch überwiegend männlich besetzt. SPORTUNION-Präsident Peter McDonald: „Umso bedeutender sind starke Vorbilder, die zeigen, dass Führungsverantwortung und weibliche Perspektiven im Sport selbstverständlich zusammengehören. Wie wichtig uns das ist, sieht man auch im Vorstand der SPORTUNION, in dem drei Vizepräsidentinnen (Michaela Huber, Claudia Bauer, Beate Taylor; Anm.) und ein weibliches Vorstandsmitglied (Pamela Forster; Anm.) hervorragende Arbeit leisten.“

Starke Frau aus Tirol: Ines Rapposch-Hödl

Ein weiteres Vorbild ist auch Ines Rapposch-Hödl, seit Oktober 2025 neue Präsidentin von SPORTUNION Tirol. 1981 in Rum bei Innsbruck geboren, absolvierte sie das Diplomstudium der Wirtschaftspädagogik an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät in Innsbruck. Vor über 20 Jahren übernahm sie das Versicherungsmaklerunternehmen ihres Vaters und ist seither erfolgreich selbständig tätig. Seit 2022 ergänzt sie ihre berufliche Laufbahn mit einem Lehrauftrag an der Tiroler Fachberufsschule für Fotografie, Optik und Hörakustik, wo sie unter anderem angewandte Wirtschaftslehre unterrichtet.

Engagement für den Sport seit der Jugend

Ihre Leidenschaft gilt jedoch seit jeher auch dem Sport. Bereits in ihrer Jugend war sie im Sportverein aktiv – zunächst als Spielerin, später als Trainerin und seit 1999 in verschiedensten Vorstandsfunktionen der SPORTUNION Inzing. Seit neun Jahren steht sie als Obfrau dem Gesamtsportverein mit neun Sektionen und über 1.000 Mitgliedern vor. Darüber hinaus engagiert sie sich in ihrem Heimatort Inzing als Gemeinderätin und bringt ihre Erfahrung in politische Entscheidungsprozesse ein.

© Freepik.com
Frauentag_Sprint

Ein starkes Zeichen für Gleichstellung im Sport

Auch im Präsidium der SPORTUNION Tirol ist Ines Rapposch-Hödl seit über einem Jahrzehnt eine prägende Kraft – zunächst als Finanzreferentin, später als Vizepräsidentin. Mit ihrer einstimmigen Wahl zur ersten Präsidentin eines Tiroler Dachverbandes schrieb sie schließlich Geschichte. Gemeinsam mit ihrem Präsidiumsteam setzt sie ein starkes Zeichen für Vielfalt, Gleichstellung und moderne Verbandsführung. Im Interview mit SPORTUNION Österreich nimmt sie Stellung auch zur allgemeinen Situation von Frauen in Österreich.

Am deutlichsten wäre der Wandel dann spürbar, wenn Vielfalt als Stärke wahrgenommen wird

Auch in den Vereinen sind positive Entwicklungen erkennbar, dennoch bleibt noch viel zu tun

INES RAPPOSCH-HÖDL, SPORTUNION Tirol-Präsidentin

Die Situation von Frauen in Österreich

Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit

Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit

  • Gender Pay Gap: Frauen verdienen in Österreich im Schnitt 18 % weniger als Männer – dieser Unterschied beim mittleren Einkommen liegt über dem OECD-Durchschnitt.
  • Vollzeitquote: Nur etwa 66 % der Frauen arbeiten Vollzeit, während es bei Männern rund 92 % sind.
  • Österreich erreicht im PwC Women in Work Index 2025 nur Platz 27 von 33 OECD-Ländern, was zeigt, dass im internationalen Vergleich noch viel zu tun ist.
Führung und Repräsentation

Führung und Repräsentation

  • In den größten österreichischen Unternehmen (Top 200) liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei rund 12,2 %.
  • Von den Vorstandsposten in börsennotierten Unternehmen sind nur etwa 13,8 % mit Frauen besetzt.
Sport & gesells. Teilhabe

Sport und gesellschaftliche Teilhabe

  • In Spitzenpositionen im organisierten Sport sind Frauen nach wie vor stark in der Minderheit: ca. 82 % der Leitungsfunktionen innerhalb des Sports sind männlich besetzt, und nur rund 17 % der Trainerinnen sind weiblich.
Wahrnehmung von Ungleichheit

Wahrnehmung von Ungleichheit, Gewalt gegen Frauen

  • Laut einer Ipos-Studie fühlen 62 % der Österreicher:innen, dass es weiterhin Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der Gesellschaft gibt.
  • Laut der am 3. März 2026 veröffentlichten „EU-Umfrage zu geschlechtsspezifischer Gewalt“ der EU-Grundrechteagentur und des Instituts für Gleichstellung leidet jede dritte Frau in der EU unter körperlicher und/oder sexueller Gewalt.
  • Nur 6,1 Prozent der Frauen in der EU zeigten körperliche oder sexuelle Misshandlung durch ihren Partner bei der Polizei an gegenüber 11,3 Prozent, wenn sie von Nichtpartnern angegriffen wurden.

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