Beim diesjährigen Ehrenamtspreis des Sportministeriums gingen sieben Auszeichnungen an Persönlichkeiten aus SPORTUNION-Vereinen – von Integrationsarbeit im Klettersport bis zu nachhaltiger Vereinsentwicklung durch Photovoltaik und LED-Flutlicht. Die Auszeichnung erfolgte am 26. September im Rahmen des “Tag des Sports” auf der Hauptbühne am Heldenplatz. Im Bild oben: Sportstaatssekretärin Michaela Schmidt (2. v. re.), SPORTUNION-Vizepräsidentin Michaela Huber (3. v. re.), SPORTUNION-Generalsekretär Christian Resch (4. v. re.)
Zum vierten Mal in Folge verlieh das Sportministerium den Ehrenamtspreis und zeichnete in hohem Ausmaß engagierte Sportfunktionär:innen aus. Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt: „Das ehrenamtliche Engagement ist die tragende Säule im österreichischen Sport. Die Würdigung der Arbeit der Freiwilligen ist mir ein besonderes Anliegen. Ich freue mich darauf, die von der Jury ausgewählten Persönlichkeiten auf der Hauptbühne am Tag des Sports auszeichnen zu dürfen.“
Ehrung in sieben Kategorien
Der Ehrenamtspreis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert, wird in sieben Kategorien vergeben und zeichnet Persönlichkeiten aus, die zur positiven Weiterentwicklung des Sports und des Vereinslebens beigetragen haben. Der 1. Preis ist mit jeweils 2.500, der 2. Preis mit 1.500 und der 3. Preis mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Darüber hinaus wird eine Persönlichkeit für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Auch dieser Preis ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Preisgelder gehen an den Verein, in dem die Gewinner:innen tätig sind bzw. waren. Für die erstplatzierten Vereine werden zusätzlich jeweils 2.500 Euro für ein Vereinsfest zu Ehren der ausgezeichneten Persönlichkeit vor Ort zur Verfügung gestellt.
Porträts: Die SPORTUNION-Preisträger:innen in diesem Jahr
PIA GLASEBACH | Klettern verbindet – Klettern mit Menschen mit Fluchterfahrung
Platz 1 | Integration
Pia Glasebach, Sportwissenschaftlerin aus Innsbruck, gründete den Verein „Klettern verbindet – Klettern mit Menschen mit Fluchterfahrung”. Ausgangspunkt war eine Beobachtung: Menschen mit Fluchterfahrung hatten in und um Innsbruck kaum Zugang zum Klettersport, da ein niederschwelliges Angebot fehlte und finanzielle wie kenntnisbezogene Hürden bestanden. Glasebach entwickelte daraufhin selbst ein Angebot – von der Suche nach Unterstützer:innen über die Akquise von Fördergeldern bis zur Organisation der ersten Klettertermine. Mittlerweile finden alle zwei Wochen Kletter-Einheiten mit festem Teilnehmer:innenkreis statt, ergänzt durch soziale Events abseits der Kletterwand.
PAUL PLOTT | Judoteam Shiai-Do Union Thermenregion
Platz 1 | Jungfunktionär
Obwohl er selbst noch mitten in Studium und eigener Trainerausbildung steht, übernimmt Paul Plott bereits vielfältige Verantwortung für die Nachwuchsarbeit seines Vereins: 2024 und 2026 schloss er die Ausbildungen zum Übungsleiter und Instruktor ab und leitet seither eigenständig Trainings für Kinder und Jugendliche. Als ruhige und verlässliche Bezugsperson begleitet er den Nachwuchs zusätzlich bei Wettkämpfen und Trainingslagern und ist dabei selbst weiterhin erfolgreicher Wettkämpfer – 2026 wurde er Vize-Landesmeister.
MELISSA DINTL | SU Beachvolleyballverein Brunn an der Wild
Platz 1 | Jungfunktionärin
Melissa Dintl übernahm bereits mit 18 Jahren Verantwortung als Jungfunktionärin und hat seither mit Eigeninitiative und Organisationsstärke viel bewegt. Sie entwickelte ein kleines Vereinsfest zu einem zweitägigen Volleyballturnier weiter, gründete eine Damenmannschaft für die 1. Klasse und gewann dafür erfolgreich Sponsoren, um den Spielbetrieb zu ermöglichen. Schon in jungen Jahren zeigte sie damit großes Verantwortungsbewusstsein und hat den Verein maßgeblich zukunftsfit gemacht.
DOMINIK TILLICH | USC Kirchberg/Altenwörth
Platz 2 | Nachhaltigkeit
Als Obmann des USC Kirchberg/Altenwörth setzt sich Dominik Tillich für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Vereinsentwicklung ein. Unter seiner Initiative wurde eine 20-kWp-Photovoltaikanlage mit 25-kWh-Stromspeicher umgesetzt. Der Verein kann damit einen großen Teil des erzeugten Stroms direkt vor Ort nutzen – etwa für Wärmepumpe, Flutlicht und Bewässerung. Finanziert wurde das Projekt, das den Namen “Aus eigener Kraft” trägt, unter anderem über ein Bürgerbeteiligungsmodell. Jeder Bürger, der hier mitmacht, bekommt die Investition durch die gesenkten Stromkosten inklusive Zinsen zurückbezahlt.
CLAUDIA EBERT | SV LUV Graz Wetzelsdorf
Platz 3 | Gleichstellung
Claudia Ebert kam 2018 über ihren Sohn zum SV LUV Graz Wetzelsdorf, zunächst als Elternsprecherin, später als stellvertretende Schriftführerin im Vorstand. Am 10. Juni 2022 wurde sie zur ersten Obfrau des Vereins gewählt – zu einem Zeitpunkt, als dessen Fortbestand ungewiss war. Mit großem Engagement und hoher Lernbereitschaft gelang es ihr, den Verein organisatorisch und wirtschaftlich zu stabilisieren, ihn zu geordneten Verhältnissen zurückzuführen und ihm eine sichere, positive Perspektive zu geben.
JÜRGEN GUMHOLD | SPORTUNION Tennisclub Jennersdorf
Platz 3 | Nachhaltigkeit
Als Obmann des SPORTUNION Tennisclubs Jennersdorf setzt sich Jürgen Gumhold mit großem Engagement für die nachhaltige Entwicklung des Vereins ein. Unter seiner Federführung wurde die Tennisanlage umfassend modernisiert: Fünf Sandplätze wurden auf RedCourt-Plätze umgestellt, die Flutlichtanlage auf LED-Technik umgerüstet (Stromverbrauch wurde damit um ca. 70% reduziert) und das Vereinsheim barrierefrei gestaltet. Damit wurden wichtige Schritte für eine energieeffiziente, zeitgemäße und langfristig nutzbare Sportstätte gesetzt. Auch im Vereinsgebäude wurde großer Wert auf Effizienz gelegt. Im Zuge der Sanierung wurde eine moderne, energieeffiziente Beleuchtung im gesamten Gebäude installiert.
FELIX EBERHARD | Bowling Bulls Klagenfurt
Platz 3 | Jungfunktionär
Seit 2016 ist Felix Eberhard Mitglied der Bowling Bulls Klagenfurt, seit 2013 zudem aktiver Jugendspieler. Bereits mit 16 Jahren übernahm er 2019 zusätzlich Verantwortung als Funktionär und unterstützte den langjährigen Obmann Walter Polzer bei den sportlichen Agenden. Für die Jugendspielerinnen und Jugendspieler war er eine wichtige Ansprechperson und brachte neue Perspektiven in die Vereinsentwicklung ein. Nach dem plötzlichen Tod von Walter Polzer übernahm Eberhard 2025 die Funktion des Obmanns. Seither verantwortet er die strategische und organisatorische Weiterentwicklung der Bowling Bulls Klagenfurt und setzt sich besonders für die Nachwuchsförderung sowie die Ausbildung neuer Schiedsrichter:innen ein.








