Mit den laufenden Budgetverhandlungen steht der organisierte Sport in Österreich vor einer richtungsweisenden Phase. Bei einem Medientermin im Haus des Sports forderte Sport Austria von der Bundesregierung ein klares Bekenntnis zum Sport – als unverzichtbaren Bestandteil einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Teilnehmer:innen der Pressekonferenz waren Hans Niessl (Präsident Sport Austria; 2. v.li.), Peter McDonald (Präsident der SPORTUNION, Sport Austria-Vertreter Breitensport; 2. v. re.), Janine Flock (Skeleton-Olympiasiegerin), Thomas Reichenauer (Sport Austria-Vertreter Leistungs- und Spitzensport, Präsident Österreichischer Ringsportverband; 1. v. re.) sowie Richard Grasl (Präsident Österreichischer Tennisverband; 1. v. li.).
Im Vorfeld der Verhandlungen hat Sport Austria intensive Gespräche mit den relevanten politischen Entscheidungsträger:innen geführt und dabei die zentrale Bedeutung der Sportförderung als Grundlage für Spitzen-, Breiten-, Gesundheits- und Schulsport sowie die daraus resultierenden volkswirtschaftlichen Hebeleffekte verdeutlicht. Die Verhandlungen mit dem Finanzministerium führt nun das Sportministerium.

Entscheidender Faktor für Gesundheit, Wirtschaft, Integration
„Wir hoffen, dass auch in diesen Gesprächen der Mehrwert des Sports und die Chancen, die sich Österreich durch Sport und Bewegung bieten, klar erkannt werden“, sagt Sport-Austria-Präsident Hans Niessl. Hinter Österreichs Sport stehen 580.000 Ehrenamtliche in 15.000 Vereinen, die wöchentlich rund 1,9 Millionen unentgeltliche Arbeitsstunden für unsere Gesellschaft leisten und rund 2 Millionen Menschen in Bewegung bringen. Sport ist dabei natürlich auch ein entscheidender Faktor für Gesundheit, Wirtschaft und sozialen Zusammenhalt. Jeder investierte Euro kommt vielfach zurück. Besonders bemerkenswert: Die Sportbranche – basierend auf dem organisierten Sport – löst jährlich rund 8 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben (Prof. Helmenstein, Anm.) aus, sichert 357.000 Arbeitsplätze und schafft im weitesten Sinn eine Wertschöpfung von 24,1 Milliarden Euro! Gleichzeitig spart regelmäßige Bewegung dem Gesundheitssystem bereits jetzt jährlich rund 527 Millionen Euro.
Weniger Geld, weniger Medaillen, weniger Leistung
Umso kritischer sieht Sport Austria deshalb die aktuelle Problematik rund um das Sportbudget: Bereits das laufende Sparpaket bedeutet jährlich rund 30 Millionen Euro weniger für den Sport – ein Rückgang der staatlichen Fördermittel um rund 13 Prozent. Betroffen sind Spitzen-, Breiten- und Vereinssport gleichermaßen. Weitere Einschnitte im Sportbudget – egal, in welchem Topf – würden die Situation jedenfalls massiv verschärfen und die genannten, hohen volkswirtschaftlichen Hebeleffekte gefährden! Sie hätten bei österreichischen Sportverbänden u.a.
- den Abbau von Trainer:innen
- weniger Trainingszeiten
- geringere Athlet:innen-Budgets
- weniger Nachwuchsförderung
- den Verlust von Know-How und Innovation in Technik und Material
- weniger Wettkampfbeschickungen
- noch größere Infrastrukturprobleme
- Absagen von (Groß)Veranstaltungen
- den Abgang von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen
- und damit auch Schließungen von Vereinen zur Folge.
Negative Auswirkungen eines weiteren Sparpakets
Unterm Strich würden Kürzungen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Spitzensports untergraben und die Entfaltungsmöglichkeit des auch aus gesundheitspolitischer Sicht so wichtigen Breitensports stark limitieren. Niessl: „Das würde dem organisierten Sport in Österreich den Boden unter den Füßen wegziehen.” Ein weiteres Sparpaket zulasten des Sports hätte also weitreichende negative Auswirkungen auf internationale Sporterfolge sowie auf Prävention, Integration, gesellschaftlichen Zusammenhalt und nicht zuletzt auf staatliche Einnahmen (!) aus Steuern und Abgaben. Denn die Rücklaufquote von 8 Mrd. jährlich wäre definitiv so nicht mehr aufrechtzuerhalten: Weniger Mitteleinsatz bedeutet folglich viel weniger Hebelwirkung.

Sport bedeutet Gesundheit, Integration, Wertebildung
„Einsparung führt zu Vereinssterben“
Das bereits laufende Sparpaket bedeutet jährlich rund 30 Millionen Euro weniger für den Sport in Österreich – ein Rückgang der staatlichen Fördermittel um rund 13 Prozent. Betroffen ist nicht nur der Hochleistungssport: Es trifft die Vereine vor Ort, die Jugendarbeit, die Ehrenamtlichen. SPORTUNION-Präsident Peter McDonald ist klar: „Wir haben das Sparprogramm im letzten Jahr mitgetragen und aus den Rücklagen versucht, die Vereine zu unterstützen. Jede weitere Einsparung führt aber zu einem Vereinssterben.” Konkrete Folgen weiterer Kürzungen für Vereine und Breitensport wären unter anderem der Abbau von Trainerinnen und Trainern, weniger Trainingszeiten und Nachwuchsförderung, Absagen von Veranstaltungen sowie der Verlust von Ehrenamtlichen – und damit Schließungen von Vereinen.
Sport rechnet sich. Für Gesellschaft, Gesundheit & Wirtschaft
Der Breitensport ist nicht nur gut für die Seele – er entlastet das Gesundheitssystem, stärkt den sozialen Zusammenhalt und bringt wirtschaftlichen Nutzen. Regelmäßige Bewegung spart dem Gesundheitssystem bereits jetzt jährlich rund 527 Millionen Euro. Die gesamte Sportbranche generiert eine Wertschöpfung von 24,1 Milliarden Euro, sichert 357.000 Arbeitsplätze und löst jährlich rund 8 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben aus.
Peter McDonald: „Es gibt kaum einen Bereich, der so viele positive Aspekte mit sich bringt wie der Sport: Gesundheit, Integration, Wertebildung. Wer beim Sport spart, spart an der falschen Stelle.”
Peter McDonald im O-Ton
„Es gibt kaum einen Bereich, der so viele positive Aspekte mit sich bringt wie der Sport: Gesundheit, Integration, Wertebildung. Wir haben 15.0000 Sportvereine österreichweit, durchschnittlich sieben in jeder Gemeinde. Jedes zweite Kind macht in einem Verein Sport. Wir müssen die im Regierungsprogramm festgegebenen Ziele auch ernst nehmen, zwei von drei Kindern in die Sportvereine zu bringen. Wir haben das Sparprogramm im letzten Jahr mitgetragen und aus den Rücklagen versucht, die Vereine zu unterstützen. Jede weitere Einsparung führt aber zu einem Vereinssterben. Uns ist ein Comeback der Unterstützung für den Sport zugesagt worden, wie sie vor den Kürzungen war. Daran wollen wir erinnern. Doch eigentlich sollten wir darüber nachdenken, wie wir die Prioritäten noch stärker auf den Sport setzen und neue Finanzierungsquellen ermöglichen können.”


