Eine positive Nachricht gab es für die Mannschaft von Trainer Romas Magelinskas schon am Freitag beim Abschlusstraining, als der lange verletzte Abwehrchef Jonas Truchanovicius in der Halle anwesend war und bekundete unbedingt schon Samstag spielen zu wollen. Ursprünglich sollte der Litauer, der im Sommer nach Montpellier wechselt, erst am Montag aus Frankreich retour sein. Wie wichtig er für das Leobener Team ist, davon konnten sich die mitgereisten Fans in Krems überzeugen.
Das Spiel selbst begann für die Obersteirer gar nicht nach Wunsch. MM UHK Krems ging rasch mit 3:0 in Führung. Bei den Leobenern standen zu dieser Zeit lediglich zwei gelbe Karten zu Buche und zu allem Überdruss vergab Kovacech auch einen 7-Meter. Danach jedoch wendete sich das Blatt. Flo Illmayer eröffnete das Torkonto der Leobener und Andy Schwarz erzielte in der 10. Minute den 3:3 Ausgleich, nachdem zuvor auch Kovacech seinen verhauten Strafwurf ausbesserte. Dies war auch das erste Mal, wo man als Zuseher glaubte in der Sporthalle Donawitz zu sitzen, da die mitgereisten Fans, eingestimmt vom Fanclub Vikings, für lautstarke Stimmung sorgten. Es war eine hervorragende Arbeit in der Deckung inklusive eines in sehr guter Verfassung agierenden Gregory Musel im Tor, welche die Magelinskas-Truppe vorerst die Oberhand gewinnen ließ. Erst aus einer doppelten Unterzahl konnten die Kremser, nach einem 6:10 Rückstand, Kapital schlagen und schafften es bis zur Pause noch durch Mitkov ein 13:13 Unentschieden herbei zu führen.
Nach dem Seitenwechsel kam die Phase von Leobens Sebastian Spendier. Gleich fünf Tore erzielte der Junioren-Nationalteamspieler bis zur 40. Minute und brachte so, sein Team wieder mit 16:19 voran. Egal was Krems auch versuchte, der Anschluss sollte vorerst nicht mehr gelingen. Zu kompakt standen die Obersteirer in der Deckung. Bis fünf Minuten vor dem Spielende konnte Leoben vorlegen und MM UHK Krems zog ein Tor nach. Bange Momente gab es allerdings, als Jonas Truchanovicius mit seiner dritten 2-Minuten Strafe vom Feld gestellt wurde und so seinen Teamkollegen in der Endphase nicht mehr helfen konnte. Für die Union JURI Leoben war dies die insgesamt neunte von 10 Strafen in dieser Partie. Die Heimmannschaft schöpfte noch einmal Hoffnung. Flügelspieler Visy traf zum 26:27 Anschlusstreffer für Krems. Kapitän Stephan Jandl & Co. behielten allerdings bis zum Ende die Nerven, zogen gleich im Gegenzug wieder auf drei Tore davon und verwalteten den Vorsprung bis zum Schlusspfiff!
Der 27:30 Sieg, der erste Erfolg überhaupt in der Kremser Halle, wurde gemeinsam mit den fantastischen Fans minutenlang gefeiert! “Der gesamten Mannschaft muss ich heute gratulieren. Sie waren hervorragend eingestellt und haben sich diesen wichtigen Auswärtserfolg wahrlich erkämpft. Sensationell auch die Unterstützung unserer Fans. Das war Gänsehaut pur!”, gab sich Leoben-Manager Klaus Mitterdorfer glücklich, der nun am kommenden Mittwoch hofft, beim zweiten Aufeinandertreffen in der Sporthalle Donawitz für einen Hexenkessel sorgen zu können. Als erste steirische Mannschaft seit vielen Jahren könnte die Union JURI Leoben in das Halbfinale der Handball Liga Austria einziehen und damit einen weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte setzen! Bis dahin wird das jüngste Team der Liga im Training weiter Vollgas geben, denn die Kremser werden Mittwoch alles versuchen, um ihrerseits ein drittes entscheidendes Spiel zu erzwingen.
Kader und Tore: Musel, Hurich; Spendier(7), Jandl(6), Schwarz(6), Illmayer(3), Kovacech(3), Truchanovicius(2), Wulz(2), Petreikis(1), Kuhn, Offner, Sabazgiraev, Salbrechter
Best Player Award: Schopf (MM UHK Krems), Spendier (Union JURI Leoben)
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