Leichterer Zugang zu Schulsportstätten: Sport Austria und SPORTUNION begrüßen Ankündigung von Bildungs- und Sportministerium

Österreichzum Originalbeitrag

Die Bundes-Sportorganisation Sport Austria sowie die SPORTUNION begrüßen die Ankündigung des Bildungs- und Sportministeriums, Vereinen künftig leichteren Zugang zu Schulsportstätten zu ermöglichen. Bei Neubauten und Sanierungen soll es künftig verpflichtend sein, direkte Zugänge für Vereine mitzuplanen. Gleichzeitig mahnen beide Sportorganisationen die rasche Vollausrollung der Täglichen Bewegungseinheit sowie eine spürbare Entbürokratisierung des Sports ein.

„Das ist ein wichtiger und überfälliger Schritt, der zu mehr Bewegung, besseren Rahmenbedingungen für den Vereinssport und zusätzlichen Einnahmen für Schulen führt“, betont Sport Austria-Präsident Hans Niessl. „Seit Jahren fordert der organisierte Sport, dass die Nutzung von Schulsportstätten durch Vereine erleichtert wird. Wir freuen uns, dass Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt und Bildungsminister Christoph Wiederkehr dieses Thema nun aktiv angehen. Entscheidend ist jetzt eine rasche und praxistaugliche Umsetzung.“

Einheitliche Regelung nötig

Auch SPORTUNION-Präsident Pete McDonald unterstreicht bereits seit Jahren: „Unsere Vereine wollen wesentlich mehr Bewegungseinheiten anbieten, doch oft fehlen dafür ausreichend Sporthallen oder geeignete Flächen. Ein weiteres Hauptproblem ist, dass häufig nicht klar ist, ob und wann Turnsaalzeiten tatsächlich verfügbar sind. Diese Unsicherheit verhindert die Ausweitung des Bewegungsangebots.“ Derzeit liegt es im Ermessen der Schuldirektionen, ob Räume an Vereine überlassen werden. Aus Sicht von Sport Austria und SPORTUNION sollte daraus eine klare gesetzliche Verpflichtung werden – mit klar definierten Ausnahmen. „Eine einheitliche Regelung würde Transparenz und Fairness schaffen“, so Niessl.

Erweiterte Öffnung von Schulsportstätten

Besonders unverständlich sei, dass viele Turnsäle an schulfreien Tagen – und davon gibt es rund 180 pro Jahr – leer stehen, während Kinder und Vereine dringend zusätzliche Trainingsmöglichkeiten suchen. „Wenn mit Steuergeldern finanzierte Schulsportstätten ungenutzt bleiben, ist das weder effizient noch fair“, kritisiert McDonald. „Eine erweiterte Öffnung dieser Hallen würde nicht nur Schulen zusätzliche Einnahmen bringen, sondern auch Eltern eine kostengünstige Kinderbetreuungsmöglichkeit in den langen Ferien und dem Staat geringere Gesundheitskosten durch mehr Bewegung.“

Zusätzliche Einnahmen für Schulen

© Martin Jordan Fotografie
Peter McDonald

13,4 Millionen Euro Mehreinnahmen

Eine Studie von SportsEconAustria im Auftrag von Sport Austria und der SPORTUNION zeigt: Österreichs Vereine bräuchten jährlich rund 940.000 Stunden zusätzliche Trainingskapazität in Schulsportstätten. Würden Hallen an schulfreien Tagen geöffnet, könnten Schulen bis zu 13,4 Millionen Euro Mehreinnahmen erzielen – derzeit sind es 48 Millionen Euro jährlich. Um den Zugang zu vereinfachen, Konflikte zu vermeiden und Bürokratie abzubauen, schlagen beide Sportorganisationen ein automatisiertes und transparentes Buchungssystem vor.

Entbürokratisierung des Sports

Darüber hinaus betonen sie die dringende Umsetzung der Täglichen Bewegungseinheit. Noch immer haben 86 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen keinen Zugang dazu. Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Entbürokratisierung des Sports. „Eine Entlastung in Zeiten der Belastung kostet den Staat wenig und bringt sehr viel – vor allem für unsere über 500.000 Ehrenamtlichen, die Menschen bewegen wollen und nicht in Verwaltung ersticken sollen“, erklärt Niessl. „Eine spürbare Entbürokratisierung käme dem Breitensport ebenso zugute wie dem Spitzensport.“

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