“Eine erfolgreiche Sportnation erkennt man nicht an der Anzahl Olympischer Medaillen”

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Zum Auftakt der Olympischen Sommerspiele wirft Peter McDonald, Präsident der SPORTUNION, in einem offenen Brief einen besorgten Blick in die mittelfristige Zukunft Österreichs: “So sehr wir alle es uns auch wünschen, uns über so viele rot-weiß-rote Medaillen freuen zu dürfen, bemisst man den Erfolg einer Nation, was die Sportpolitik betrifft, nicht in Olympia-Medaillen, sondern an der Anzahl von Kindern und Jugendlichen in Bewegung und daran, wie viele Menschen Sport machen!”

© GEPA Pictures
Olympische Sommerspiele

Mit dem Start der Olympischen Spiele am 26. Juli erleben 81 österreichische Spitzensportlerinnen und Spitzensportler das größte sportliche Event ihrer Karriere, auf das sie sich vier Jahre lang zumeist unter nicht optimalsten Rahmenbedingungen vorbereitet haben. Auch wir werden mit unseren Athletinnen und Athleten mitfiebern. Schließlich wurde der Grundstein ihrer Karrieren in Österreichs Vereinen mit ehrenamtlichen Strukturen – bei einem Viertel – sogar in SPORTUNION-Vereinen gelegt!

Den Erfolg einer Nation, was die Sportpolitik betrifft, bemisst man jedoch nicht in Olympia-Medaillen, sondern an der Anzahl von Kindern und Jugendlichen in Bewegung und daran, wie viele Menschen Sport machen! Die Situation ist allerdings alarmierend: Zwei von drei Österreicherinnen und Österreichern bewegen sich nicht ausreichend. Und trotz steigender Lebenserwartung stagnieren die Lebensjahre, die wir in Gesundheit verbringen – Österreich ist mittlerweile sogar im letzten Drittel Europas angekommen: Eine Österreicherin bzw. ein Österreich hat 57 gesunde Jahre zur Verfügung, während es Schwedinnen und Schweden auf durchschnittlich 71 bringen. Das ist nicht nur volkswirtschaftlich verheerend, sondern trifft jede und jeden von uns sehr persönlich in unserer Lebensqualität. Müsste nicht eines der obersten Ziele einer künftigen Bundesregierung sein, ihren Wählerinnen und Wählern ein möglichst langes gesundes Leben zu ermöglichen?

Müsste nicht eines der obersten Ziele einer künftigen Bundesregierung sein, ihren Wählerinnen und Wählern ein möglichst langes gesundes Leben zu ermöglichen?

Es ist ein schlecht gehütetes Geheimnis, dass Sport die beste präventive Maßnahme für längere Gesundheit ist! Regelmäßige Bewegung reduziert die Notwendigkeit von direkten Behandlungen, Krankenständen sowie krankheitsbedingten Pensionierungen. Während die Gesundheitspolitiker das Thema Prävention zwar in Sonntagsreden gerne thematisieren, jedoch häufig konkrete Maßnahmen schuldig blieben, muss das Thema Sport und Bewegung in einer künftigen Bundesregierung als ein Schlüsselthema erkannt und so auch behandelt werden. Bundeskanzler und Vizekanzler müssen das Thema auf Chef-Ebene erarbeiten und ein Ministerium für Gesundheit und Sport einrichten.

 Das Thema Sport und Bewegung muss in einer künftigen Bundesregierung als ein Schlüsselthema erkannt und so auch behandelt werden

Denn auch die Überlastung des Gesundheitswesens liegt daran, dass es zu viele benutzen müssen, weil Gesundheitsvorsorge und Bewegung zu wenig in unseren Köpfen verankert ist. Dem Thema muss die notwendige Bedeutung und finanzielle Ausstattung eingeräumt werden. Ein nationaler Aktionsplan sollte ausgeklügelt dazu führen, mehr Menschen in Sport und Bewegung zu bringen, sodass Verhaltensänderungen dies im Alltag zu einer Selbstverständlichkeit machen. Sports in all policies mit konkreten Maßnahmen aller Ministerien müssen einem nachhaltigen Gesamtplan folgen. Verwaltungsvereinfachungen für Ehrenamtliche aus dem Finanzministerium, verpflichtende Öffnung von Schulsportstätten durch das Bildungsministerium, Investitionsprogramm für Sportstätten durch das Infrastrukturministerium, denn Sportstätten sparen Krankenbetten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Ein nationaler Aktionsplan sollte dazu führen, mehr Menschen in Sport und Bewegung zu bringen

Wenn die Spitze einer künftigen Bundesregierung die Bedeutung von mehr gesunden Lebensjahren für die Österreicherinnen und Österreicher erkennt und sich dessen disruptiv annimmt, dann würden auch unsere Ergebnisse im Spitzensport verbessert werden, da die Basis ja in Wettkämpfen im Kindesalter in Sportverein geschaffen werden. Und wir könnten wohl schon bei den künftigen Spielen über noch mehr Olympische Erfolge jubeln.

Die Basis für Erfolge wird im Kindesalter im Sportverein geschaffen

Peter McDonald
Präsident der SPORTUNION

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