Gemeinden sind Österreichs wichtigste Sportförderer – SPORTUNION fordert finanzielle Entlastung für Kommunen

Österreichs Gemeinden tragen den mit Abstand größten Anteil an der Sportförderung für Vereine. Sie finanzieren Sportstätten, erhalten Infrastruktur, stellen Flächen zur Verfügung und unterstützen Vereine organisatorisch, materiell und finanziell. Gleichzeitig stehen viele Kommunen aufgrund steigender Kosten und wachsender Aufgaben massiv unter Druck. Die SPORTUNION Burgenland fordert daher Bund und Land auf, Gemeinden gezielt zu entlasten – damit sie auch künftig ihrer unverzichtbaren Rolle als stärkste Säule des Sports gerecht werden können.

Einsparungen ja, aber nicht am Rücken der Vereine

Laut aktueller Analysen stammt ein Großteil der für Sport nötigen Finanzmittel und Infrastrukturleistungen direkt aus den Gemeinden, die damit das Fundament für über 15.000 Sportvereine österreichweit sichern. Dies bestätigt auch das Kurzpaper „Kommunale Sportinfrastruktur nachhaltig finanzieren und betreiben“ des Österreichischen Städtebundes, das die enorme Verantwortung, aber auch die wachsenden finanziellen Herausforderungen der Kommunen klar herausarbeitet.

Auch die Bundessportförderung zeigt deutlich, wie stark Gemeinden in Vorleistung gehen müssen: Während Bundes- und Landesmittel oft projektbezogen und im Nachhinein fließen, tragen Gemeinden die laufenden Kosten für Sportplätze, Turnsäle, Hallenbäder und Bewegungsräume – jene Bereiche also, die die tägliche Vereinsarbeit erst möglich machen

#sportvorort: Gemeinden sind das Herz des Vereinssports

Mit der Initiative #sportvorort hebt die SPORTUNION Burgenland seit Anfang des Jahres hervor, wie entscheidend funktionierende kommunale Strukturen für Sport und Bewegung sind. Viele Forderungen des Impulsprogramms – von der Öffnung der Schulsportstätten über digitale Sportstättenpläne bis zu generationenübergreifenden Bewegungsparks – können nur in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden umgesetzt werden.

Bereits in der Aussendung „Gemeinden stärken“ wurde betont, dass Kommunen jene zentrale Ebene sind, auf der die Sportpolitik real vor Ort wirkt. Dieser Ansatz bleibt auch jetzt entscheidend:
Wer Sport fördern will, muss Gemeinden stärken – finanziell und strukturell.

Kommunen als unverzichtbare Partner für den Sport – Stimmen aus den Gemeinden

Um die Situation aus der Praxis sichtbar zu machen, kommen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Burgenland zu Wort. Ihre Einschätzungen zeigen, wie groß Verantwortung, Belastung und Engagement tatsächlich sind:

Thomas Steiner, Bürgermeister der Landeshauptstadt Eisenstadt: „Wenn wir über Sportförderung in Österreich sprechen, dann zeigt sich ganz klar: Die Gemeinden sind die stärksten und verlässlichsten Sportförderer im Land. Sie tragen den Breitensport, schaffen Infrastruktur, unterstützen Vereine und ermöglichen damit, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene wohnortnah aktiv sein können. Eisenstadt ist ein gutes Beispiel dafür. Rund 100 Sportvereine in den unterschiedlichsten Disziplinen prägen das sportliche Leben unserer Stadt. Als Stadt investieren wir jährlich etwa 250.000 Euro in die direkte Sportförderung. Damit stärken wir die Vereine, setzen auf Nachwuchsarbeit, sichern Trainingsmöglichkeiten und unterstützen Veranstaltungen, die Menschen zusammenbringen. Diese Mittel sind gut angelegt, denn jeder Euro, der in den Sport fließt, kommt vielfach zurück – in Form von Gesundheit, sozialem Zusammenhalt und Lebensqualität.“

Hans Unger, Bürgermeister Oberschützen: „Unsere Gemeinden tragen die Hauptlast, wenn es um Sportstätten, Infrastruktur und Unterstützung für Vereine geht. Gerade kleinere Kommunen spüren die steigenden Kosten besonders stark – und trotzdem tun wir alles, um unseren Vereinen den notwendigen Raum für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft zu geben. Damit wir dieser Verantwortung auch künftig gerecht werden können, braucht es eine deutliche Entlastung durch Land und Bund. Nur so bleibt Sport vor Ort weiterhin stark und für alle zugänglich.“

Michaela Wohlfart, Bürgermeisterin Podersdorf am See: „Trotz der Herausforderung, dass die finanziellen Möglichkeiten im Gemeindebudget massiv weniger werden und Rücklagen rapide schwinden, ist es uns wichtig, sportliche Akzente für unsere Kinder und sportlich jung Gebliebenen zu setzen. Auch im heurigen Jahr war die SPORTUNION im Rahmen der actiondays am Strandgelände der Gemeinde Podersdorf am See, was von zahlreichen Schulen unseres Bezirks mit großer Freude angenommen wurde. Es ist schön zu beobachten, wie sehr sich Kinder austoben und auspowern können. Bewegung hält alle Generationen jung und gesund und löst in uns Glückshormone aus, die wir in einer schnelllebigen Zeit gut gebrauchen können.”

Gerald Handig, Bürgermeister Edelstal: „Um die Vereinsarbeit in den Gemeinden nachhaltig zu stärken, ist eine gezielte Unterstützung vom Land Burgenland unerlässlich. Wir wünschen uns daher eine Erhöhung der finanziellen Mittel für den Ausbau und die Modernisierung von Sportstätten sowie die Förderung von Nachwuchs- und Breitensportprojekten. Zusätzlich wäre es wichtig, unkomplizierte Förderprogramme und Beratungsangebote für Vereine und Funktionäre anzubieten. Wir brauchen eine lebendige Sportkultur, die nicht nur das Gemeindeleben bereichert, sondern auch die Gesundheit fördert und zum sozialen Zusammenhalt beiträgt.“

Diese Stimmen belegen, dass Gemeinden trotz der großen gesundheits-, integrations-, und bildungspolitischen Bedeutung des Sports immer häufiger mit begrenzten Budgets und steigenden Betriebskosten konfrontiert sind – etwa für Energie, Personal, Sanierung und Digitalisierung von Sportstätten.

Sportgemeinderäte als wichtige Brücke

Das Sportgemeinderäte-Modell der SPORTUNION, das bereits im burgenländischen Landtag behandelt wurde, bietet eine strukturierte Möglichkeit, Sportthemen dauerhaft in der Gemeindepolitik zu verankern. Es stärkt:

  • den Informationsfluss zwischen Gemeinden, Vereinen und Sportverbänden,
  • den Aufbau eines gemeinsamen breiten Netzwerkes für den Vereinssport,
  • die Öffnung von Schulsportstätten,
  • die effiziente Nutzung bestehender Sportflächen,
  • die Position des Sports in der Verwaltung.

Gerade in finanziell angespannten Zeiten hilft eine professionelle Koordination dabei, Ressourcen optimal zu nutzen und Synergien zu schaffen. Die Sportverbände sollten in Kooperation mit dem Land Burgenland und den Gemeindevertretungen für Projektkoordination zuständig sein.

„Wenn wir den Vereinssport stärken wollen, müssen wir die Gemeinden stärken. Sie sind der Ort, an dem Sport wirklich passiert – täglich, unmittelbar und für alle Zielgruppen.“Karin Ofner, Präsidentin der SPORTUNION Burgenland

Bildtext: Fordern Entlastungen für Gemeinden (v.l.): Bürgermeister Hans Unger (Oberschützen), SPORTUNION Präsidentin Karin Ofner, Bürgermeister Thomas Steiner (Eisenstadt) und Bürgermeister Gerald Handig (Edelstal).

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