Starribbon – Anti-Doping

Der Sport lebt von seinen Stars. Deshalb setzt die SPORTUNION auf den STAR RIBBON, um ein Bekenntnis zu sauberem Sport und gegen Doping zu ermöglichen. Die Schleife (Ribbon) wird als Symbol zur Bewusstseinsbildung eingesetzt.

STAR RIBBON und die Werte im Sport

Sport erfüllt viele wichtige gesellschaftspolitische Aufgaben. Unsere Vereine leisten eine wertvolle Jugendarbeit. Jugendliche lernen in den Sportvereinen das faire Miteinander, Führung zu übernehmen und gleichzeitig als Teamplayer zu agieren. Sie haben die Möglichkeit ihre Grenzen auszuloten und lernen mit Erfolgen und Niederlagen gleichermaßen umzugehen.

Sportvereine übernehmen gesellschaftlich eine Schlüsselposition. So wie die Kinder und Jugendlichen das Umgehen mit Sieg und Niederlage im Verein kennenlernen, so werden sie sich sowohl im Leistungssport als auch im täglichen Leben verhalten.

In Sportvereinen kommen Menschen verschiedener Nationen, aus allen Altersgruppen und in unterschiedlichen Lebenssituationen zusammen. In einer von verschiedenen Kulturen und Lebensstilen geprägten Welt nimmt der Sport eine wichtige Brückenfunktion ein.

Die SPORTUNION setzt mit STAR RIBBON ein klares Zeichen für einen sauberen Sport und gegen Doping. Denn Doping ist Betrug an sich und seinen Mitbewerbern. Doping schädigt den Sport und lässt alle seine positiven Eigenschaften in den Hintergrund treten.

Entstehung und Rückblick

Eine negative Doping-Schlagzeile jagt die andere, doch niemand setzte konkrete Maßnahmen für einen sauberen Sport!

Die SPORTUNION Österreich startete daher 2009 ein umfassendes Projekt  „STAR RIBBON – saubere Energie für sauberen Sport“, und war damit der erste Sportverband Österreichs, der dem negativen Antidoping-Thema eine positive Kampagne gegenüberstellt.

„STAR RIBBON“ gab den Österreicherinnen und Österreichern, die sich mit der Dopingproblematik auseinandersetzen, die Möglichkeit, die eigene Meinung zu äußern, sich über das Thema umfassend zu informieren, durch Unterzeichnung einer Charta ein Ausrufezeichen gegen Doping zu setzen und eigene Ideen gegen Doping und für sauberen Sport zu entwickeln.

Die SPORTUNION setzte es sich zum Ziel, den Kampf gegen Doping und seine Folgen für den Breitensport im gesamten Dachverband und darüber hinaus in der breiten Öffentlichkeit zu thematisieren und bei wesentlichen Stakeholdern des Sports wie Funktionären, Trainern, Eltern und Sportlern selbst Wissen und Bewusstsein zu schaffen und diesen eine Plattform zu geben, auf der sie ihre Meinung kundtun können. Wesentliche Säulen der Bewusstseinsbildung waren der Anti-Doping Kongress der SPORTUNION in Linz, die Info-Tour in den Bundesländern (2009-2011: Infostände bei rund 40 Veranstaltungen) und eine Schwerpunktsetzung in den Verbandsmedien.
Ziel war es weiter, im Rahmen eines Vereinswettbewerbes, Vereine zu eigenen Initiativen der Doping-Bekämpfung zu motivieren und schließlich im Wege der Aus- und Fortbildungsschiene der SPORTUNION-Akademie Angebote zum Thema Leistungssteigerung ohne Dopingmittel und Multiplikatorenausbildungen zum Anti-Doping-Experten anzubieten. Zudem gab es eine Online-Charta, in die sich mehr als 10.600 Unterstützerinnen und Unterstützer der Initiative eintrugen.

Die SPORTUNION hat auch in ihrem seit 2018 bestehenden Ehrenkodex zwei wichtige Punkte für die Stärkung des sauberen Sports inkludiert, bei dem die unterzeichneten Personen versprechen

  • Fair Play als wichtige Handlungsmaxime des Sports zu vermitteln und aktiv zu vertreten, insbesondere das Einhalten sportartspezifischer Regeln sowie das Ablehnen jeglicher Leistungsmanipulation (z.B.Betrug, Doping);
  • anzuerkennen, dass das Interesse der Sportlerinnen und Sportler, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden über den Interessen und den Erfolgszielen anderer stehen

Auch wenn das Projekt „STAR RIBBON“ abgeschlossen wurde, wird unter der Marke weiterhin das Anti-Doping-Thema im Verband thematisiert.

Medizin

Die Medizin hat im Laufe der Jahre große Fortschritte erzielt und konnte durch neue Medikamente und Methoden zahlreiche Leben retten. Leider gibt es ein paar schwarze Schafe, welche sich diese Erkenntnisse zu nutzen machen, um sich auf betrügerische Weise einen Vorteil gegenüber Ihren Konkurrenten zu erschleichen. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass sie sich und ihrem Körper großen Schaden zufügen und die Spätfolgen große Gefahren für ihre Gesundheit bedeuten. Aufklärung ist daher ein wesentlicher Faktor im Kampf gegen Doping und für sauberen Sport.

Herz-Kreislauerkrankungen, Tumorbildungen, Schlaganfälle und Thrombosen sind nur einige der zahlreichen Risiken, die durch Doping ausgelöst werden können. Im schlimmsten Fall kann sogar der Tod eintreten. Leider werden die Folgen des Medikamentenmissbrauches viel zu oft in Kauf genommen und oft werden sogar Mittel verwendet, die noch keine Marktzulassung haben.

Risiken und Nebenwirkungen

Um sich vor verbotenen Substanzen zu schützen, bietet die NADA Austria die Möglichkeit sich auf ihrer Homepage zu erkundigen, ob die Verwendung des gewünschten Medikaments unbedenklich ist.

Medikamentenabfrage

Die Verbotsliste der WADA informiert über die verbotenen Substanzen und Methoden in und außerhalb von Wettkämpfen und ist somit eine der wichtigsten Grundlagen der Anti-Doping Arbeit. Sie wird jährlich aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht.

Die Therapeutic Use Exemption – TUE ist eine Ausnahmegenehmigung für SportlerInnen, für den Fall, dass der behandelnde Arzt ein Medikament für dringend notwendig erachtet, dessen Wirkstoff auf der Verbotsliste steht. Die sporttreibende Person (nicht der Arzt!) muss ein entsprechendes Ansuchen um Ausnahmegenehmigung für therapeutische Zwecke spätestens 21 Tage vor einem geplanten Wettkampf an die NADA Austria senden.

Ausnahmegenehmigungen

Recht

Der WADA-Code ist wohl eine der wichtigsten Grundlagen bei der weltweiten Harmonisierung der Anti-Doping- Regeln. Er enthält unter anderem Leitlinien für Dopingkontrollverfahren, die Liste verbotener Wirkstoffe und Methoden und Sanktionen bei Verstößen. Die Umsetzung der Leitlinien des Codes ist vor allem im Anti-Doping Gesetz geregelt.

In Österreich kommen vor allem folgende Gesetze zum Tragen: Anti-Doping Bundesgesetz (ADBG 2021), Bundes-Sportförderungsgesetz, Strafgesetzbuch (STBG), Rezeptpflichtgesetz und Arzneimittelgesetz (AMG).

Die Sanktionierung von SportlerInnen, die gegen die Anti-Doping Bestimmungen verstoßen, ist klar festgelegt. Im Sinne der internationalen Harmonisierung gibt es genaue Richtlinien, die im Artikel 10 des WADA-Codes festgelegt sind. So gehören zum Beispiel die Annullierung von Wettkampfergebnissen sowie die Verhängung von Sperren zu den möglichen Sanktionen. Die Zuständigkeit der WADA bzw. der NADA Austria bezieht sich allerdings nur auf sportinterne Angelegenheiten. Sobald strafrechtliche Tatbestände vorliegen, wird die Kriminalpolizei bzw. die Staatsanwaltschaft informiert.

Im Rahmen des Bundessportförderungsgesetzes kann es auch zu Förderungsrückzahlungen kommen.

Die Anti-Doping-Bestimmungen sind heute ein wesentlicher Teil des Sports und garantieren den SportlerInnen das Recht auf faire Wettkämpfe. Daher ist es wichtig, dass die AthletInnen über ihre Rechte und auch ihre Pflichten Bescheid wissen. Die wichtigsten Rechte und Pflichten rund um die Dopingkontrollen lauten:

Dopingkontrollsystem

Zentrales Element eines effektiven Dopingkontrollsystems sind unangekündigte Kontrollen, denn jede Vorwarnzeit kann demjenigen, der betrügen möchte, theoretisch die Möglichkeit der Manipulation verschaffen. Eine solche unangekündigte Dopingkontrolle ist jedoch ohne genaue Informationen über den Aufenthaltsort und die Erreichbarkeit eines Athleten/einer Athletin wirkungslos und oft unmöglich. Daher ist jeder Internationale Fachverband (IF) und jede Nationale Anti-Doping Organisation (NADO) nach den Bestimmungen der WADA verpflichtet, Testpools nach bestimmten Kriterien festzulegen. Diese entsprechen der Risikobewertung der NADA Austria für Doping in der jeweiligen Sportart während des Trainings und sind zudem Ausdruck der Nationalen Anti-Doping Politik. Je nach Zugehörigkeit zu einem dieser Testpools ist der Athlet/die Athletin dazu verpflichtet, bestimmte Meldepflichten zu erfüllen, d.h. exakte Angaben über den Aufenthaltsort und die Erreichbarkeit zur Verfügung zu stellen. Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung führt zu einer „Meldepflichtversäumnis“ oder zu einem „Kontrollversäumnis“, was im Wiederholungsfall zur Einleitung eines Verfahrens wegen eines Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen führt.
NADA Meldepflicht

Das Anti-Doping Administration & Management System (ADAMS) ist ein web-basiertes, globales Informations- und Management Service. ADAMS ist ein System zur Datenerfassung, Datensicherung und zur Datenweitergabe, das den AthletInnen, Verbänden und den Anti-Doping Organisationen bei der Erfüllung ihrer Pflichten gemäß dem WADA-Code hilft. Sämtliche ADAMS-Daten sind vertraulich abgesichert, der Zugang zu ADAMS ist sorgfältig kontrolliert und die einzelnen Datensätze sind nur für berechtigte Benutzer zugänglich. Andere, für den jeweiligen Benutzer nicht relevante Bereiche können nicht erreicht werden.
ADAMS unterstützt einige der Kernaufgaben der Anti-Doping Arbeit: Die Whereabout-Informationen der Athleten; die Administration von medizinischen Ausnahmegenehmigungen (TUE) und die Testverteilungsplanung. Für die AthletInnen bedeutet das in der Regel eine Erleichterung in der Bearbeitung ihrer Meldepflichten, da die entsprechenden Institutionen (WADA, NADA, Internationale Spitzenverbände) zum Teil auch mit diesem System arbeiten oder dies für die Zukunft planen und somit Doppel- oder Dreifachabmeldungen in der Regel nicht mehr nötig sind. In ADAMS kann jeder zur Eintragung Verpflichtete einfach seine Stammdaten (gewöhnliche Aufenthaltsorte, Telefonnummern, E-Mail-Adressen etc.) verwalten und diese ggf. zeitnah ändern. Änderungsmeldungen dieser Daten per Fax oder E-Mail sind nicht mehr nötig. Außerdem kann mit dem ADAMS-Zugang eine Abmeldung zeitnah auch von unterwegs eingegeben werden. Für die Benutzung von ADAMS wird lediglich eine Verbindung zum Internet benötigt.
NADA ADAMS

Die Dopingkontrolle ist eines der wichtigsten Instrumente im Anti-Doping-Kampf. Von ihrer Analyse und den entsprechenden Ergebnissen geht sicherlich die größte Abschreckungswirkung für potentielle Doper aus. Es gibt die Möglichkeit von Wettkampfkontrollen (in-competition) und Dopingkontrollen außerhalb von Wettkämpfen (out-of-competition). Bevorzugtes Probenmaterial ist Urin, in Zukunft werden aber auch verstärkt Blutkontrollen gezogen, da einige Dopingmittel nur im Blut nachgewiesen werden können.
NADA Dopingkontrolle

Ansprechperson

MMag. Dr. Christian Lettner

Geschäftsführer

0512/ 58 64 51

lettner@sportunion.tirol