Kosten für Sportcamps und Ferienbetreuung durch Sportvereine sind steuerlich absetzbar

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Viele Eltern sind sich nicht bewusst, dass nicht nur die Kosten der Kinderbetreuung durch Kindergärten, Tagesmütter oder Hort von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können, sondern auch die Kosten der Betreuung durch den Sportverein. Unter welchen Voraussetzungen wird hier erläutert.
 

Die Kosten für die Kinderbetreuung können von steuerpflichtigen Eltern in der Höhe von maximal 2.300 Euro pro Kalenderjahr und Kind abgesetzt werden.

Für die steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten müssen die folgenden Bedingungen erfüllt sein:

•    Das betreffende Kind hat zu Beginn des Kalenderjahres sein zehntes Lebensjahr noch nicht vollendet
•    Das betreffende Kind hat das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet und es wird für das Kind auf Grund einer Behinderung erhöhte Familienbeihilfe gewährt
•    Die Betreuung muss in einer privaten oder öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtung ( z.B. Kindergarten, Hort, Internat) oder durch eine pädagogisch qualifizierte Person erfolgen
•    Die Betreuungskosten müssen tatsächlich entstanden sein. Abzugsfähig sind die Kosten für die Kinderbetreuung sowie Kosten für Verpflegung und das Bastelgeld.
•    Die Kosten für die Betreuung während der schulfreien Zeit (z.B. Nachmittagsbetreuung, Ferienbetreuung) sind abzugsfähig, sofern die Betreuung durch eine pädagogisch qualifizierte Person oder institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung erfolgt. Für die Ferienbetreuung (Ferienlager) können sämtliche Kosten (z.B. auch jene für Verpflegung und Unterkunft, Sportveranstaltungen, Fahrtkosten für den Bus zum und vom Ferienlager) berücksichtigt werden sofern die Betreuung durch eine pädagogisch qualifizierte Person erfolgt.
Wie mache ich meine Kosten steuerlich geltend?

Voraussetzung für die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ist, dass für die betroffenen Kinder ein Anspruch auf den Kinderabsetzbetrag für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr besteht.
Nach Ablauf des Kalenderjahres können die Kinderbetreuungskosten im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung bzw. der Einkommensteuererklärung als "außergewöhnliche Belastung" geltend gemacht werden.

Zum Nachweis der Kinderbetreuungskosten hat die Kinderbetreuungseinrichtung oder die pädagogisch qualifizierte Betreuungsperson eine Rechnung bzw. einen Zahlungsbeleg auszustellen, der folgende Angaben enthält:

•    Name und Sozialversicherungsnummer bzw. Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte des Kindes,
•    Rechnungsempfänger (Name und Adresse),
•    Ausstellungdatum,
•    Fortlaufende Rechnungsnummer,
•    Zeitraum der Kinderbetreuung,
•    bei öffentlichen Kinderbetreuungseinrichtungen Name und Anschrift; bei privaten Einrichtungen zusätzlich Hinweis auf die Bewilligung zur Führung der Einrichtung,
•    bei pädagogisch qualifizierten Personen, Name, Adresse, Sozialversicherungsnummer bzw. Kennnummer der Europäischen Krankenversicherungskarte und Vorliegen der konkreten Qualifikation durch Beilage einer Kopie des entsprechenden Zeugnisses (z.B. Kursbestätigung)
•    Rechnungsbetrag (gegebenenfalls mit Umsatzsteuer, wenn kein Kleinunternehmer)
Wie alle anderen Belege sind auch diese Nachweise sieben Jahre aufzubewahren und im Falle der Aufforderung dem Finanzamt vorzulegen.

Welche Betreuer sind pädagogisch qualifizierte Personen?

Die steuerliche Absetzbarkeit setzt eine Betreuung durch pädagogisch ausreichend qualifizierte Personen voraus. Es ist dabei egal, ob der Betreuer dabei selbstständig oder als nicht selbstständiger Mitarbeiter tätig wird.
Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit eine Betreuungsperson als pädagogisch qualifizierte Person anerkannt wird:
•    Mindestalter: 16 Jahre
•    Nachweis einer Ausbildung (Schulung) im Mindestausmaß von 16 Stunden (16-Jährige bis 21-Jährige) bzw. acht Stunden (über 21-Jährige)
Nicht steuerlich abzugsfähig ist die Kinderbetreuung durch pädagogisch qualifizierte Personen, die Angehörige (z.B. Eltern, Geschwister, usw.) sind und die zum selben Haushalt wie das Kind gehören.
Jedenfalls anerkannt wird die Betreuung durch ausgebildete Tageseltern, Kindergartenpädagog/-en/-innen oder Absolventen der Pädagogischen Akademien.

Auch die SPORTUNION ist als einer von sechs Ausbildungsträgern für Sportferiencamps durch das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend anerkannt. Die 44 stündige Ausbildung zum Einsatz als Übungsleiter in einem SPORTUNION-Verein entspricht den Qualifikationsanforderungen für die steuerliche Absetzbarkeit. Natürlich gilt dasselbe für die staatliche Ausbildung zum Lehrwart/Instruktor an den Bundessportakademien.
Für welche Kinderbetreuungsangebote der SPORTUNION gibt es die steuerliche Absetzbarkeit?
Eltern können die Kosten von Sportkursen oder Ferienbetreuungsangeboten wie zum Beispiel der SPORTUNION-actioncamps der Landesverbände im Sommer, der Ferienbetreuungsangebote wie "sports4fun" der SPORTUNION Salzburg oder die UGOTCHI Actionwochen der SPORTUNION Tirol steuerlich absetzen.

Generell gilt:

Die Kosten für die Betreuung von Kindern sind absetzbar, wenn eine Rechnung der betreuenden Institution für einen konkreten Zeitraum (z.B. Nachmittagsbetreuung, Mo-Do 13-16 Uhr) und eine Betreuung durch eine pädagogisch ausreichend qualifizierte Person vorliegt.
Beim normalen Mitgliedsbeitrag zu einem Sportverein sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, da dem echten Mitgliedsbeitrag keine entsprechende Leistungsverpflichtung des Vereins auf eine Betreuung eines Kindes in einem bestimmten Zeitraum gegenübersteht, sondern dieser echte Mitgliedsbeitrag allgemein der Erfüllung des Zwecks des Vereins, zum Beispiel der Förderung des sportlichen Betätigung seiner Mitglieder, gewidmet ist.
 


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