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Ehrenkodex: "Zehn Gebote" für mehr Respekt, Fairness und Sicherheit

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Dass der Sport als Abbild, als Spiegel, als Mikrokosmos der Gesellschaft und demgemäß nicht als Insel der Seligen zu betrachten ist, steht schon lange außer Streit. Selten aber wurde es schmerzlicher bewusst als im letzten Jahr, als zeitgleich zu den #metoo-Enthüllungen auch die Welt des Sports durch schockierende Missbrauchsfälle erschüttert wurde. Wir als SPORTUNION tragen den Erkenntnissen als erster heimischer Dachverband mit einem seit 1. Juni gültigen Ehrenkodex sowie einer Reihe von Beschlüssen und Maßnahmen Rechnung, um unseren 924.262 Mitgliedern in den 4357 Vereinen mehr denn je ein sicheres Umfeld und ein Klima des Respekts und der Fairness zu bieten.

Dem Thema nahmen wir uns als SPORTUNION bereits ab 2013 im Rahmen des EU-Projektes „Sports respects your rights“ federführend an und brachten uns seit 2015 in der Arbeitsgruppe für Maßnahmen gegen sexualisierte Gewalt im Sport ein. Seit November 2017, einem Monat nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen US-Filmproduzent Weinstein, arbeiten unsere verbandsinternen Gremien an Maßnahmen, wie man einen möglichst sicheren Rahmen der Sportausübung bereitstellen könnte. Im März dieses Jahres wurden erste Beschlüsse des Präsidiums verabschiedet: So verständigten wir uns darauf, von allen Dienstnehmern, die in den Kinder- und Jugendprojekten „Die Tägliche Bewegungs- und Sporteinheit“ und „Kinder Gesund Bewegen“ eingesetzt werden, ab dem Schuljahr 2018/19 einen erweiterten Strafregisterauszug und die Unterzeichnung des Ehrenkodex zu verlangen. Die Unterzeichnung des Ehrenkodex gilt ab dem Herbstsemester 2018/19 auch als Zulassungsvoraussetzung für alle TeilnehmerInnen an Aus- und Fortbildungskursen der SPORTUNION-Akademie. Unseren Vereinen empfiehlen wir bei TrainerInnenbestellungen die gleiche Vorgangsweise und gleichzeitig, die Satzungen entsprechend zu adaptieren.

Ehrenkodex gegen jede Form von Gewalt, Mobbing und Leistungsmanipulation

Mit 1. Juni tritt nun das nächste Maßnahmenbündel in Kraft. Nach dem Vorbild von „100 % Sport“ wurde oben erwähnter Ehrenkodex erarbeitet und im Präsidium einstimmig verabschiedet. Mit der in Artikel 6 der Satzung vorgeschriebenen Unterzeichnung dieser „zehn Gebote“ verpflichten sich zukünftige SPORTUNION-Vereine sowie deren Funktionsträger, TrainerInnen und ÜbungsleiterInnen,

  • die Würde der SportlerInnen zu respektieren
  • die SportlerInnen fair zu behandeln und gegen jede Diskriminierung aufzutreten
  • gegen körperliche, psychische, insbesondere sexuelle Gewalt vorzugehen
  • die Privatsphäre der SportlerInnen zu respektieren
  • beobachtete Grenzüberschreitungen an Zuständige zu melden
  • sich in Konfliktsituationen um eine offene, gerechte, humane Lösung zu bemühen
  • Fair-Play zu vermitteln, aktiv zu vertreten und somit Leistungsmanipulation abzulehnen
  • den SportlerInnen Mitbestimmungsmöglichkeiten einzuräumen
  • Gesundheit und Wohlbefinden der SportlerInnen über Erfolgsziele zu stellen
  • SportlerInnen zu sozialem, respektvollem Verhalten in der Sportgemeinschaft anzuleiten.

Mitglieder des Präsidiums der SPORTUNION mit dem am 25. Mai unterfertigten Ehrenkodex v.l.n.r: Werner Müller (Vlbg.), Michaela Bartel (Sbg.), Günther Mitterbauer (Tirol), Danja Haslacher (SPORTUNION Österreich), Stefan Grubhofer (Generalsekretär), Raimund Hager (NÖ), Michaela Steinacker (SPORTUNION Österreich), Stefan Herker (Stmk.), Karin Ofner (Bgld.), Peter McDonald (Wien), Franz Schiefermaier (OÖ).
Mitglieder des Präsidiums der SPORTUNION mit dem am 25. Mai unterfertigten Ehrenkodex v.l.n.r: Werner Müller (Vlbg.), Michaela Bartel (Sbg.), Günther Mitterbauer (Tirol), Danja Haslacher (SPORTUNION Österreich), Stefan Grubhofer (Generalsekretär), Raimund Hager (NÖ), Michaela Steinacker (SPORTUNION Österreich), Stefan Herker (Stmk.), Karin Ofner (Bgld.), Peter McDonald (Wien), Franz Schiefermaier (OÖ).

Unsere SPORTUNION-Präsidentin Michaela Steinacker zeigt sich sehr zufrieden mit dem seit Anfang Juni gültigen Kodex. „Auch wenn die #metoo-Diskussionen den Anstoß gegeben haben – mir war wichtig, nicht nur Signale und Maßnahmen gegen sexuelle Übergriffe, sondern gegen Gewalt aller Art, gegen Mobbing, gegen jedwede Verstöße wider das Fair-Play zu setzen. Wir sind natürlich nicht so naiv zu glauben, dass wir damit jedes schwarze Schaf vom Sport bzw. der SPORTUNION fernhalten können. Aber jeder einzelne verhinderte Übergriff, jeder friedlich gelöste Konflikt, jede rechtzeitig abgewendete Grenzüberschreitung rechtfertigt alle unsere Anstrengungen in diesem Bereich. Denn der Sport mag zwar ein Spiegelbild der Gesellschaft sein – er ist aber auch der Bereich, in dem man einer gerechten Gesellschaft am nächsten kommen kann, in der Leistung und Erfolg, Können und Ertrag in einem gesunden Verhältnis stehen.“ 

MultiplikatorInnen als unabhängige AnsprechpartnerInnen

Einen wichtigen Part in dem Konstrukt für mehr Sicherheit, Respekt und Fairness fällt den seit Dezember 2017 in den neun Landesverbänden im Amt befindlichen, erstklassig geschulten MultiplikatorInnen zu. SPORTUNION-Generalsekretär Stefan Grubhofer: „Die MultiplikatorInnen dienen allen, die Grenzüberschreitungen wahrnehmen, als unabhängige Anlaufstelle außerhalb des Vereins. Ihnen fällt aber auch die besonders wichtige Aufgabe zu, im Bereich der Prävention tätig zu werden. Sie sind nicht zuletzt deshalb ein eminent wichtiger Baustein für unsere dringend notwendige Initiative.“

Links:


v.l.n.r.: Michaela Bartel (Sbg.), Danja Haslacher (SPORTUNION Österreich), Michaela Steinacker (SPORTUNION Österreich), und Karin Ofner (Bgld.) mit unterfertigtem Ehrenkodex.

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